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Alternative Einkunftsart für Waldbesitzer

Der Handel mit CO2 Zertifikaten vollzieht sich bisher in Kanada nur im freiwilligen Markt. Es deutet aber vieles darauf hin, dass viele kanadische Provinzen in den nächsten Jahren auch geregelte Märkte einführen. Dadurch ergeben sich attraktive alternative Einkunftsarten für Waldbesitzer.

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Haben Sie Interesse an CO2-Projekten oder Fragen?

 

Wir arbeiten mit professionellen Förstern zusammen,

die CO2-Projekte für  Waldflächen ab 1.000 ha entwickeln.

 

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Der Wald als Speicher für Treibhausgase

CO2 ist eigentlich ein natürlicher Bestandteil der Luft und entsteht sowohl bei der vollständigen Verbrennung von kohlenstoffhaltigen Substanzen, als auch bei der Zellatmung im Organismus von Lebewesen.

 

In hohen hohen Konzentrationen wirkt es jedoch als natürliches Treibhausgas klimaschädlich. Ursache ist der hohe Anteil von CO2-Emissionen, der bei der Verbrennung von fossilen Energieträgern wie Erdöl, Erdgas oder Kohle entstehen und mehr als 3/4 der gesamten CO2-Freisetzung ausmachen.

 

Bäume und Wälder sind in der Lage, aus CO2 und Sonnenlicht Biomasse und Sauerstoff zu produzieren und das CO2 dauerhaft zu binden. Eine Fichte beispielsweise entzieht im Laufe ihres 100jährigen Lebens der Atmosphäre fast zwei Tonnen CO2. Wälder sind also bedeutende Speicher für dieses Treibhausgas.

 

Wenn Bäume wachsen, nehmen sie CO2 aus der Atmosphäre auf. Sie verwenden für den Biomasseaufbau im Zuge der Photosynthese  Kohlenstoff (C) und setzen den Sauerstoff (O2) wieder frei. Es erfolgt also eine C-Bindung. Anhand des C-Gehalts eines Baumes kann man die CO2-Einheiten berechnen, die der Atmosphäre entzogen wurden.

 

Aber wenn Bäume verfaulen, durch Schädlinge absterben oder durch Waldbrände verbrennen,  werden sie zur CO2-Quelle. Aus diesem Grund ist vor allem der Wald der maritimen Provinzen Ost-Kanadas gut geeignet für die eine Verbriefung durch CO2-Zertifikate (carbon offsets).

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CO 2 - Zertifikate (Carbon Offsets)

Grundsätzlich gibt es zwei Markt-Instrumente zur Reduzierung von CO2-Emissionen: Cap-and-Trade-Programme oder eine CO2-Steuer.

 

Bei Cap- und Trade-Programmen stellt eine staatliche Behörde i.d.R. eine begrenzte Anzahl von jährlichen Genehmigungen aus, mit denen Unternehmen eine bestimmte Menge Kohlendioxid ausstoßen können. Die zulässige Gesamtmenge wird somit zur Emissionsobergrenze. Unternehmen werden besteuert, wenn sie mehr Emissionen verursachen, als ihre Genehmigungen zulassen. Unternehmen, die ihre Emissionen reduzieren, können ungenutzte Genehmigungen an andere Unternehmen verkaufen.

 

Die Regierung senkt jedoch die Anzahl der Genehmigungen pro Jahr und senkt damit die Gesamtemissions-Obergrenze. Das verteuert die Genehmigungen. Dadurch haben Unternehmen einen Anreiz, in saubere Technologien zu investieren, mit dem Ziel, den Preis für die Genehmigungen durch umweltverträglichere Technologien zu unterbieten.

 

CO2 Steuern  werden normalerweise pro Tonne CO2 erhoben und gelten für die Verwendung fossiler Brennstoffe wie Kohle, Öl und Erdgas. CO2-Steuern sollen den Preis für fossile Brennstoffe erhöhen, um erneuerbare Energien wettbewerbsfähiger zu machen.

 

Ein CO2-Ausgleich (carbon offset) bezeichnet eine Gutschrift für Treibhausgas-Minderungen, die von einer Partei erzielt wurden und zum Ausgleich (offset) von CO2-Emissionen von einer anderen Partei erworben und verwendet werden können.

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Der CO2  Zertifikate -Markt in Kanada - Es tut sich etwas

Carbon Offsets können auf Grundlage von einer Reihe von Zertifizierungsstandards entwickelt werden. Der bedeutendste Standard auf den freiwilligen Kohlenstoffmärkten ist der Verified Carbon Standard (VCS). In Abhängigkeit von ihren Managementzielen stehen Waldbesitzern verschiedene Methoden und Projekttypen zur Verfügung.

 

In Abhängigkeit von ihren Managementzielen stehen Waldbesitzern verschiedene Methoden und Projekttypen zur Verfügung. Typische Maßnahmen sind dabei

 

  • Die Vermeidung von Kahlschlägen / und Walddegradation  (REDD-Projekte)

Kohlenstoffguthaben entstehen aus der Vermeidung von Kahlschlägen oder aus der Beseitigung von Risiken, die zu einer Verschlechterung der Waldqualität in ökologischer Hinsicht führen. Dazu werden Bewirtschaftungspläne entsprechend angepasst (z. B. keine Umwandlung von unberührten Wäldern in Plantagen). Gut konzipierte REDD-Projekte können kurzfristig erhebliche Emissionszertifikate generieren.

 

  • Verbesserte Waldbewirtschaftung (IFM)

Guthaben werden durch die Umsetzung von Bewirtschaftungsplänen erzielt, die die Kohlenstoffspeicherung deutlich erhöhen. Dazu gehören die Vermeidung von Holzeinschlag bzw. Holzernte in nur geringerem Umfang, Wald- und Kulturpflegemassnahmen, die die Kohlenstoffbindungsrate erhöhen, Erhöhung des Alters von Rotationswäldern, um mehr Kohlenstoff zu speichern, sowie die Erweiterung von Schutz- und Pufferflächen.

 

  • Aufforstung / Wiederaufforstung (AF / RF)

Aufforstung bezieht sich auf den Anbau von Wäldern auf Flächen, die historisch nicht bewaldet waren.

  • REDD +

REDD + geht über REDD hinaus und belohnt Aktivitäten, die das ökologische Gleichgewicht des Waldes verbessern. Diese können entweder IFM- oder AF / RF-Aktivitäten umfassen. Ziel der REDD + Projekte ist es, die biologische Vielfalt, die Wasserqualität und andere wichtige Umweltfaktoren zu verbessern.

 

Diese Methoden eignet sich sowohl für Waldbesitzer, die an einer ökologischeren oder nachhaltigeren Bewirtschaftung interessiert sind oder für innovative, rendite-orientierte Waldbesitzer, die Risiken verringern und Erträge erhöhen und dabei Ihren Beitrag für den Klimaschutz leisten möchten.

 

Grundsätzlich besteht die Funktionsweise eines CO2-Projekts darin, zunächst ein plausibles Basis-Szenario für die typische Bewirtschaftung des Grundstücks zu entwickeln. Dann wird ein neuer Bewirtschaftungsplan erstellt, der mehr Kohlenstoff speichert. Der Unterschied im Kohlenstoffgehalt zwischen den beiden Szenarien kann als CO2-Ausgleich verkauft/gehandelt werden.

 

Ein CO2-Projekt Stadard, wie der VCS, ist ein robuster, unabhängig geprüfter Prozess, der die Konzeption eines qualitativ sehr hochwertigen CO2-Projekts erlaubt, das die globalen Markterwartungen von potentiellen Käufern erfüllt.

 

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Die Vorteile

 

Ein CO2-Projekt wird in der Regel den Holzeinschlag auf einem Waldgrundstück verringern. Für einen kurzfristigen, gewinnorientierten Eigentümer ist dies dann nicht die beste Strategie. Für einen langfristigen Eigentümer mit Interesse an einer ökologisch nachhaltigeren Bewirtschaftung können carbon offsets jedoch eine neue Methode zur Erzielung von stabilen Einnahmen aus besser bewirtschafteten Wäldern darstellen.

 

Im Wesentlichen wird bei einem CO2-Projekt ein Ertrag mit dem Holz erwirtschaftet, das neben dem abgeholzten Holz übrig bleibt. Für Waldbesitzer kann es durchaus interessant sein, CO2-Projekte und klassische forstwirtschaftliche Ernten in einem Immobilien-Portfolio zu mischen – so werden sowohl Einnahmen aus Forstwirtschaft als auch Einnahmen aus dem Verkauf von carbon offsets generiert, 

 

CO2-Projekte können die Einnahmequellen für eine Wald-Immobilie diversifizieren, was als Absicherung gegen schlechte Holzmärkte und -preise dienen kann (und umgekehrt kann Holz zur Absicherung gegen CO2 Marktrisiken genutzt werden).

 

Carbon offsets haben ein  Aufwärtspotenzial, das  weit über dem relativ stabilen Aufwärtspotenzial von Holz liegt. 

Die Nachteile:

 

Für die Entwicklung und Zertifizierung von CO2-Projekten fallen relativ hohe Anfangsinvestitionen an, während die derzeitigen Preise für CO2-Zertifikate noch volatil  und auf einem niedrigen Niveau sind.

 

Die vollständige Entwicklung eines CO2-Projekts kann zwischen 50.000 CAD und 100.000 CAD kosten. Die laufenden Betriebskosten können zwischen 0 CAD und 40.000 CAD pro Jahr liegen, sie können jedoch zeitlich verschoben werden, solange der Verkauf von CO2-Emissions-Zertifikaten noch nicht erfolgt ist..

 

Daher eignen sich kleinere Waldbestände im allgemeinen nicht für CO2-Projekte. Ein Mindestmaß von 1.000 ha bis 5.000 ha + ist  erforderlich, um kosteneffizient zu wirtschaften.

 

Carbon Offsets werden erzeugt, wenn mehr Kohlenstoff als üblich auf in einem Wald gespeichert wird, so dass Objekte, die einen jungen Wald aufweisen, in den Anfangsjahren einen niedrigen Kohlenstoffwert aufweisen, ähnlich dem niedrigen Holzwert. Wälder mit höheren Holzvorräten eignen sich daher besser für CO2-Projekte.

 

Der Markt für Kohlenstoff ist recht groß, aber es kann schwierig sein, willige Käufer zu finden. Die Nettoerträge von carbon offsets sind derzeit niedriger als die entsprechenden Nettoerträge aus Holzeinschlag. Preise und Nachfrage sind jedoch käuferspezifisch, und es gibt eine Reihe von carbon offset Käufern, die bereit sind, bestimmte Mengen zu - aus Sicht der Waldbesitzer - attraktiven Preisen zu kaufen. Die Ertragsaussichten von carbon offsets sind  gut, aber es ist ein neuer Markt, der sich nur langsam entwickelt.

 

Die kanadische Bundesregierung und die Provinz-Regierungen sind erhebliche Verpflichtungen eingegangen, um gegen den Klimawandel vorzugehen und die CO2-Emissionen zu senken. Es besteht ein wirkliches Interesse daran, die kanadischen Wälder in diese Bemühungen einzubeziehen. CO2-Ausgleiche können einen Mechanismus darstellen, um die Compliance-Kosten für Unternehmen und die Wirtschaft zu senken. Es besteht jedoch Unsicherheit darüber, ob oder wann sich ein regulierter Markt für CO2-Zertifikate entwickelt und welche endgültigen Regeln in den einzelnen Provinzen gelten werden.

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Zusammenfassung:

 

CO2-Projekte sind eine neue Einkunftsart für Waldbesitzer mit hohem Rendite-Potential, die die Bewirtschaftungsart der Wälder nachhaltig verändern wird. Noch stehen wir am Anfang der Entwicklung, doch der politische Wille, erste Gesetze der Bundesregierung, die die Provinzen in die Pflicht zu nehmen und v.a.  eine steigende Nachfrage werden in den nächsten Jahren für stark wachsende CO2-Märkte sorgen, Kohlenstoff hat das Potential, der meist gehandelte Rohstoff überhaupt zu werden.

 

Mit innovativem Strategien können CO2-Projekte eine Reihe potenzieller Vorteile bieten, um das Risikoprofil und den langfristigen Vermögenswert von Wäldern zu optimieren. Wälder mit einer gewissen Mindestgröße und einem hohen Anteil von hiebreifem Holz sind besser geeignet, um die anfänglichen Kosten für die Entwicklung von CO2-Projekten auszugleichen.

 

Die Ertragsdiversifizierung und die neuen Möglichkeiten der Waldbewirtschaftung, die CO2-Projekte schaffen, können den Wert des Waldes und die risikobereinigten Renditen langfristig erhöhen.

 

In 2019 hat die kanadische Bundesregierung hart eingegriffen und alle Provinzen verpflichtet, einen Massnahmenkatalog zum Klimaschutz umzusetzen. Jede Provinz kann z.B. ein eigenes cap-and-trade Programm beschließen und einführen. Falls dies nicht geschieht, erhebt die Bundesregierung eine CO2-Steuer.

 

Natürlich ist ein staatlich regulierter Markt für den Handel von CO2-Zertifikaten die optimale Lösung. Momentan funktionieren die Märkte aber noch auf freiwilliger Basis (voluntary markets). Diese existieren, und es gibt zahlreiche Käufer für CO2-Zertifikate, aber die Risiken lassen sich noch nicht optimal managen. Dies wird sich in den nächsten 2-3 Jahren aber sehr wahrscheinlich ändern. Die  Schaffung regulierter Märkte, wie sie z.B. in Kalifornien schon existieren, ist für viele Marktbeobachter nur eine Frage von wenigen Jahren.

 

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