KANADA - TERRITORIEN UND PROVINZEN

Kanada ist ein in zehn Provinzen und drei Territorien gegliederter Bundesstaat. Diese subnationalen Einheiten können in geographische Regionen gegliedert werden. Westkanada besteht aus British Columbia und den drei Prärieprovinzen Alberta, Saskatchewan und Manitoba. Zentralkanada umfasst die zwei bevölkerungsreichsten Provinzen Ontario und Québec. Als Seeprovinzen werden New Brunswick, Prince Edward Island und Nova Scotia bezeichnet; zusammen mit Neufundland und Labrador bilden sie die Atlantischen Provinzen.

Die drei Territorien Yukon, Nordwest-Territorien und Nunavut umfassen sämtliche Gebiete nördlich des 60. Breitengrades und westlich der Hudson Bay.


Neuschottland (Nova Scotia)

Die Provinz besteht im Wesentlichen aus einer Halbinsel im Atlantischen Ozean und der Cape Breton Insel nordöstlich des Festlandes. Unzählige Buchten und Fischerorte säumen die Küste.  

 

Nova Scotia ist entlang seiner Küsten relativ dicht besiedelt und verfügt über ein gut ausgebautes Straßennetz. Das Landesinnere wird nur teilweise land- und forstwirtschaftlich genutzt. Nationalparks und geschützte Wildnisgebiete sowie großflächige Wälder bilden Rückzugsgebiete für die vielfältige Flora und Fauna. In der hügeligen Felslandschaft der Provinz, Ausläufern der Appalachen mit höchsten Erhebungen um 500m, gibt es rund 5000 Binnenseen. Die Bevölkerung der Provinz setzt sich aus mehr als 100 verschiedenen ethnischen Gruppen zusammen, darunter die Ureinwohner (Mikmaq), Franzosen (Acadiens), Engländer, Schotten, Deutsche, Iren und Afrikaner.

 

3/4 der Fläche Bayerns mit weniger Einwohnern als das Saarland

Nova Scotia ist flächenmäßig die zweitkleinste Provinz Kanadas. Bei einer Größe von 55.284 km² (96,5 % Landmasse und 3,5 % Wasser, das entspricht weniger als ein Sechstel der Fläche Deutschlands oder rund drei Viertel der Fläche Bayerns) ist kein Punkt in Nova Scotia mehr als 56 km vom Meer entfernt. Allein die Küste von Nova Scotia erstreckt sich über 7.400 Kilometer und wird von Tausenden Buchten gesäumt. Hinzu kommen noch mehr als 3.800 vorgelagerte Inseln und 5.400 Seen.

Insgesamt leben in Nova Scotia etwa 930.000 Menschen, rund 100.000 weniger als im Saarland. Wie dünn besiedelt Nova Scotia ist, zeigt ein Vergleich mit dem flächenmäßig vergleichbaren Bundesland Niedersachsen, wo rund achtmal soviele Einwohner leben.


Die 18 Bezirke (Counties)

Nova Scotia besteht aus drei so genannten Regional Municipalities (Cape Breton, Halifax, Queens) und insgesamt 18 Bezirken (Countys).

Die Provinzhauptstadt und bedeutendste Metropolregion ist Halifax. Halifax besitzt den zweitgrössten Naturhafen der Welt. Dieser ist ganzjährig eisfrei, was sich natürlich sehr positiv auf den kommerziellen Einfluss der Region auswirkt. Im direkten Umfeld der modernen Hafenstadt leben und arbeiten rund 1/3 der Bevölkerung Nova Scotias. Die lebendige Großstadt ist gleichzeitig Kultur- und Wirtschaftszentrum und bietet Gästen aus aller Welt eine interessante Mischung aus Lifestyle, Kunst und Historie.

Weitere größere Orte sind Cape Breton Town im Norden und die Kleinstadt Lunenburg, die älteste deutsche Siedlung Kanadas. Aufgrund ihrer Einmaligkeit wurde Lunenburg zum Weltkulturerbe ernannt.

Urlaubsland mit atemberaubender Natur

Lunenburg, Nova Scotia
Lunenburg, Nova Scotia

Nova Scotia wird vom Atlantik und dem gemäßigten Golfstrom geprägt und hat deshalb ein vorwiegend ausgeglichenes Klima mit warmen Sommern und mäßig kalten, feuchten Wintern. Besonders interessant sind die abwechslungsreichen Landschaften mit einer 7600 km langen Küstenlinie, die vorwiegend aus langen Sandstränden, uralten Wäldern und bizarren Felsformationen besteht. Der 300 km lange Cabot Trail, eine der schönsten Küstenstraßen der Erde, führt mitten durch diese Landschaften.

Eine andere beliebte Reiseroute ist der „Lighthouse-Trail“, entlang der malerischen Fischerdörfer mit ihren ansehnlichen Leuchttürmen. Die einzigartige Natur Nova Scotias zieht hauptsächlich aktive Besucher an. 

Leuchtturm, Peggy's Cove
Leuchtturm, Peggy's Cove

 

Die beiden Nationalparks der Provinz bieten sehr viele Möglichkeiten zu Aktivitäten, u.a. Wassersport, Golf, Camping oder Trekking. Im Süden liegt der malerische, 400 km² große Kejimkujik- Nationalpark. Er wird vor allem von großen Seen und Waldgebieten geprägt. Der Cape Breton Nationalpark im Norden gehört zu den letzten unberührten Regionen der kanadischen Wildnis mit Mooren, uralten Tundren und einer wilden Meeresküste. Nova Scotia ist eines der bekanntesten und meistbesuchten Reiseziele Kanadas. Viele Touristen kommen während des Sommers oder im September/Oktober, wenn der Indian Summer die Wälder Kanadas in eine unvergleichliches Farbenmeer taucht.

Geschichte Nova Scotias

Der Name Nova Scotia stammt von Sir William Alexander, der im Jahre 1621 vom König James VI von Schottland (König James I von England ) das gesamte Gebiet zwischen Neuengland und Neufundland erhielt. Die offizielle Charta war in lateinisch und der Name Neuschottland behielt die lateinische Form Nova Scotia.

Als die ersten Europäer im heutigen Nova Scotia ankamen, war das Land bereits von den Micmac Indianern bewohnt. Der Stamm der Micmac war der dominierende Stamm in der Atlantikregion. Die Micmac waren eine der ersten Ureinwohner, die Kontakt zu Europäern hatten. In der frühen kanadischen Geschichte verbündeten sich die Micmac mit den Franzosen und halfen ihnen sowohl sich an das Land anzupassen, als auch gegen die Briten zu kämpfen.

 

Nova Scotia war ehemals als Acadia bekannt, als die Franzosen ihre erste Siedlung in Port Royal eröffneten. Die Siedlung, die im Jahre 1605 von Pierre de Monts in Leben gerufen wurde ist heute als Annapolis Royal bekannt. In den folgenden 100 Jahren gab es diverse Kämpfe um die Vorherrschaft in der Region zwischen Franzosen und Briten. Bevor Halifax im Jahre 1749 gegründet wurde, gab es keine größere britische Siedlung. Die Deutschen besiedelten das Gebiet um Lunenburg. Im Jahre 1773 landeten die Schotten in Cape Breton und Tausende sollten diesem Beispiel folgen.

Die Holzwirtschaft und der Schiffsbau ließen Nova Scotia zu Wohlstand kommen und im 19. Jahrhundert wurden die ersten Kohleminen eröffnet. Nova Scotia war eine der Gründungsmitglieder der Konföderation im Jahre 1867. Nach den beiden Weltkriegen wanderten viele Europäer nach Nova Scotia aus, um hier eine neue Heimat zu finden.